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IV.Bestrafung/Folgen


IV. Bestrafung des Täters Friedrich v. Isenberg / die Folgen



Foltermethode Rädern - Quelle: Wikipedia

Ungeheuer war das Aufsehen, dass diese Tat hervorrief.

Engelberts Nachfolger Heinrich von Mülenark, der schon am 15.11.1225 zum Erzbischof erwählt worden war, schwur nach seiner Wahl, den Tod Engelberts rächen zu wollen, und zog sofort nach Frankfurt am Main zum König, dem er den mitgeführten Leichnam vorführte. Der König ächtete den Isenberger und seine Mittäter.

Seine Besitz Burg Isenberg und Burg Nienbrügge, (westlich des heutigen Hamm) wurden durch Adolf I. v. d. Mark geschleift, seine Frau und Kinder vertrieben. Seine Brüder Dietrich und Engelbert, die Bischöfe von Münster und Osnabrück, die man für Mitwisser der ruchlosen Tat hielt, wurden ihrer Ämter entsetzt. Über weitere verdächtige Adlige wie den Grafen Otto von Tecklenburg wurde der Bann verhängt.

Graf Adolf v. d. Mark bot den heimatlosen Einwohnern der Siedlung Nienbrügge wohl aus strategischen Überlegungen an, auf seinem Land zu siedeln. Die Bewohner bauten ihre Fachwerkhäuser ab und brachten sie zur neuen Siedlungsstelle. Auch die Trümmer der Burg Nienbrügge wurden als Baumaterial verwendet. Die vermuteten Reste der Burg - eine Burggräfte - lassen sich in der Flur Steinwinkel in Bockum-Hövel besichtigen, während die Stadtanlage südlich der Lippe heute völlig überbaut ist.

Diese Siedlung wurde im März 1226 - urkundlich am Aschermittwoch - nur wenige hundert Meter von der alten Siedlung gegründet. Da sie auf der Landspitze zwischen der Einmündung der Ahse in die Lippe entstand und ein solches Areal im Mittelalter als „Ham“ bezeichnet wurde, erhielt diese Siedlung den Namen „ Ton hamme “. Hieraus entstand dann der Stadtname Hamm.

Friedrich von Isenberg selbst, auf dessen Kopf der Kölner Erzbischof einen hohen Preis ausgesetzt hatte, zog nach Rom, um vom Papst Verzeihung für seine Tat zu erhalten - wobei unklar bleibt, ob er sie erlangen konnte bzw. welche Kirchenstrafe gegen ihn verhängt wurde.

Im Herbst 1226 war Friedrich wieder in Deutschland, wo er sich anscheinend zu seinem Schwager, dem Herzog von Limburg, begeben wollte. In Lüttich wurde er erkannt und festgenommen und an den Kölner Erzbischof ausgeliefert. Genau ein Jahr, nachdem die Leiche des erschlagenen Erzbischofs nach Köln gebracht worden war, wurde am 10.11.1226 sein Mörder in die Stadt geführt.

In Köln vollzog sich nun nach dem Bericht des Caesarius von Heisterbach am 13.11.1226 der letzte Akt dieses Dramas. Außerhalb der Stadt hatte man vor dem Severinstor eine Steinsäule errichtet, die von einem Wagenrad gekrönt war. Auf das Rad zog man Friedrich mit Seilen, nachdem man ihm vorher auf der Erde Arme und Beine mit dem Beil zerschlagen hatte.

Er lebte dann noch bis zur Mette und soll gebetet und die Umstehenden um Fürbitte für sich angefleht haben. Der Isenberger war also auf das Rad geflochten worden und hatte damit eine der grausamsten Todesstrafen erleiden müssen.

Seine Frau Sophie aus dem Limburger Herzogshaus folgte ihm nur wenig später ins Grab. Friedrichs Kindern rettete der Onkel, Herzog Heinrich von Limburg, aus den Trümmern der Grafschaft Isenberg die kleine Grafschaft Hohenlimburg an der Lenne, während Friedrichs Vetter Adolf von Altena den Hauptteil der Isenbergschen Rechte und Besitzungen an sich bringen konnte und damit die Grundlagen für die Grafschaft Mark, das wichtigste weltliche Territorium Westfalens, legte. Friedrichs Tat hat damit die westfälische Territorialgeschichte nachhaltig geprägt und beeinflusst.

Die Vogtei Essen, um die es gegangen war, gelangte für die nächsten Jahrzehnte unter Kölner Einfluss.

Etwa um 1270 entstand in der Stadt Hamm das Zisterzienserinnenkloster Marienhof, das 1290 zum Haus Kentrop verlegt wurde. 1280 genehmigte der Münstersche Bischof Eberhard von Diest die Gründung des Nordenhospitals in der Nordenfeldmark. 1350 wurde Hamm von der großen Pest heimgesucht, die nur sieben Familien überlebt haben sollen. 1398 wurde die Grafschaft Mark mit der Grafschaft Kleve vereint. Hamm verlor dadurch seine Bedeutung als Hauptstadt der Grafschaft Mark.

Quellen: versch. Internet-Recherchen
 

 
 

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